Unterhaltsamer Reisebericht von 1838/39: Ein Winter auf den Azoren …

Ideal als Reiselektüre oder zur literarischen Urlaubsverlängerung ist der englischsprachige Reisebericht A Winter in the Azores: and a Summer at the Baths of Furnas von Joseph & Henry Bullar (editiert von Andreas Stieglitz).

Sehr genau beobachten und beschreiben Joseph & Henry Bullar, die mit einem Orangendampfer für 7 Monate auf die Azoren reisten, zunächst die Bevölkerung São Miguels und ihre Gebräuche, bevor sie zu den Inseln Faial, Pico, São Jorge, Flores und Corvo weiterfuhren und schließlich den Sommer in Furnas genossen. Mit welchem Witz und Verstand das Buch geschrieben ist – ergänzt durch Zeichnungen der Autoren – kann man an folgendem ins Deutsche übersetzten Ausschnitt über die Pico-Besteigung erkennen:

„Einige Wanderer nehmen ein Zelt mit; ich halte das für völlig unnötig. Eine Laterne, gute Laune, eine Decke, einen Regenmantel, einen festen Stock mit eisenbeschlagener Spitze, ein Fässchen Wein, ein Korb mit mehr Proviant als man für nötig hält, ist alles, was man braucht…“
Quelle: www.visit-azoren.de

Die Lektüre dieses Buches ist in vielerlei Hinsicht erhellend.

So wird in einer Anekdote deutlich, dass manches augenscheinlich moderne Phänomen schon vor knapp 200 Jahren auftrat. Orangen von São Miguel waren damals in England wohlbekannt. Trocken stellen die Autoren fest, dass in England schon Orangen mit dem Prädikat „St. Michael’s Oranges“ ausgezeichnet werden, bevor die Ernte die Insel überhaupt verlassen hat.

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