Barreiro da Faneca und Alagares

Letzter Tag auf Santa Maria, heute Abend gehts nach São Miguel. Da die Sonne so schön strahlt, möchte ich mir nun doch noch die Farben der „roten Wüste“ anschauen. Enges Sträßchen wird zur Piste und schon sieht man die schönen Rottöne, die von grün durchzogen sind:

Rote Wüste Santa Marias
Rote Wüste Santa Marias

Die kurvige Straße entlang der Nordküste bietet einige schöne Ausblicke, heute sogar mit Sicht auf São Miguel. Und überall die typischen Schornsteine.

Nordküste Santa Marias und Ostspitze São Miguels
Nordküste Santa Marias und Ostspitze São Miguels

Von dem Sträßchen nach Norte aus kann man einen Abstecher zum 750 m entfernten Miradouro Alagares machen. Immer wieder faszinierend, wieviele Höhenmeter auf einer so kurzen Strecke zusammenkommen können. Inklusive Gatter-Übersteigen. Wanderstiefel anziehen, es ist einer der üblichen, steinigen Weidenwege. Aber es lohnt sich! Toller Blick auf die Lourenço-Bucht:

Baia de São Lourenço vom Alagares-Aussichtspunkt
Baia de São Lourenço vom Alagares-Aussichtspunkt

Então… até logo, Santa Maria?!

Strand Praia formosa
Strand Praia formosa

Fossilien und Eire-Feeling

Auf Santa Maria blüht es derzeit mehr als auf der Blumeninsel Flores – auch am Forte de S. Bras. Das Wetter und die Landschaft lässt Erinnerungen an Irland aufkommen.

Bei Vila do Porto
Bei Vila do Porto

Nur das erste Stückchen der Wanderung von Vila do Porto nach Praia: Nach gut 2 km erreicht man eine geologisch interessante Felswand mit vielen Fossilien. Mehr dazu im Museum (Centro de Interpretaçao Ambiental Dalberto Pombo) in Vila do Porto.

Natural Monument - Skywalk mit Fossilien
Natural Monument – Skywalk mit Fossilien

In der Nähe des Forte findet man an einer Wand ein Fotoprojekt das die Vielfalt in Europa feiern möchte. In diesen Zeiten eine Erwähnung wert!

Alma mater - Fotoprojekt für Vielfalt
Alma mater – Fotoprojekt für Vielfalt

Unweit von Vila do Porto liegt der „schöne Strand“, Praia formosa. Er verdient seinen Namen. Im Sommer findet hier immer das Musikfestival Maré de Agosto statt.

Praia formosa - der schöne Strand
Praia formosa – der schöne Strand

Eine kurze Fahrt führt zur Nordküste nach Anjos, wo einst angeblich Kolumbus anlegte, oder auch nicht. Aus dem MM Reiseführer erfährt man, dass dort laut den Aufzeichnungen des Entdeckers nur die Hälfte seiner Mannschaft verhaftet wurde, er selbst aber nie einen Fuß auf die Insel setzte.

Wellen in Anjos
Wellen in Anjos

Caldeira und Furna do Enxofre

Heute komme ich vergleichsweise früh los und wandere von Luz hinauf Richtung Caldeira. Kühe schauen mich interessiert an. Sonst hört man nur vereinzelt Stimmen aus den Häusern.

Allgegenwärtige Kühe am Wegesrand
Allgegenwärtige Kühe am Wegesrand

Durch den Tunnel gelangt man ins Innere der Caldeira. Noch einen Kilometer leicht bergab und man kann die Unterwelt der Furna do Enxofre erkunden:

Eingang zur Unterwelt
Eingang zur Unterwelt

Je weiter man geht, desto mehr riecht es nach Schwefel. Zwei Herren steigen mit hinab, ein Reisejournalist und ein „Guide“ von der Regierung. Nobel, nobel!
Das Licht in der Mitte fehlt immer noch, so dass man die Höhle nicht in allen Details sehen kann.

Im Innern der Vulkanhöhle
Im Innern der Vulkanhöhle

Nun alles zurück, durch den Tunnel, kurz bergab, dann wieder bergauf und auf den Caldeira-Rundweg Richtung Praia.

Blick auf Praia und die Insel
Blick auf Praia und die Insel

Beim Abstieg auf der steilen Straße fängt es an zu regnen. Also sämtliche Regenklamotten anziehen und weiterlaufen. Es ziiieeehhht sich, erst steil bergab, dann wieder mäßig bergauf an der (kaum befahrenen) Straße lang.

Ilheus de Baixo im Nieselregen
Ilheus de Baixo im Nieselregen

Beim Abstieg von der Ponta da Restinga hört es wieder auf zu regnen. Bis ich unten bin ist einiges schon getrocknet. Einkehr im Dolphin, dann nochmal Therme und abends ist von der Quinta da Gabriele aus ein schöner Sonnenuntergang zu sehen.

Faial in der Abendsonne
Faial in der Abendsonne

Baia da Folga

Wieder beginnt ein wunderschöner Tag, sogar der Pico lässt sich hinter Wolkenstreifen blicken:

Picoblick vom Pool
Picoblick vom Pool

Ein schöner Spaziergang in die Baia da Folga führt durch alte, meist verlassene Gärten zwischen Steinmauern:

Verlassene Gärten
Verlassene Gärten

Von der Baia da Folga geht es hinauf nach Luz zum Supermarkt. Vorbei an einer alten Windmühle:

Windmühle bei Luz
Windmühle bei Luz

Abends zeigt sich ein intensiver Sonnenuntergang, der unter den Wolken hervorkommt, dann schüttet es kurz.

Sonne unter Regenwolken
Sonne unter Regenwolken

Sonniger November auf Graciosa

Der Tag beginnt mit Tee und der passenden Lektüre:

Passende Urlaubslektüre auf einer der neun Inseln
Passende Urlaubslektüre auf 9 Inseln

Ein Spaziergang führt hinauf zum Leuchtturm an der Ponta Restinga – ein Ausblick zum Verweilen und Genießen:

Ponta Restinga auf Graciosa
Ponta Restinga auf Graciosa

Anschließend geht es hinunter ins Café, um einen Galão (Milchkaffee) und eine Queijada da Graciosa zu genießen. Kima gibts leider nicht, dafür Fanta Maracujá.

Blick auf die Küste bei Cafe und Süßem
Blick auf die Küste bei Cafe und Süßem

Herrlich wohltuend ist danach ein Bad in der Therme:

Termas do Carapacho
Termas do Carapacho

In der Dämmerung geht es zurück in die gemütliche Quinta da Gabriele.

Kraterabstieg in die Caldeira von Faial

Ein Erlebnis der besonderen Art – mit persönlichem, zertifiziertem Guide

Auf einer Höhe von 1000 m starten wir mit dem Abstieg in den 400 m tiefen Krater eines schlafenden Vulkans. Der Krater ist durch verschiedene Eruptionen entstanden und hat sich im Laufe der Zeit verändert. Wir sehen verschiedene, nur dort lokalisierte Pflanzen und Tiere. Der letzte Ausbruch liegt knapp 1200 Jahre zurück. Die steilste Strecke hat eine Neigung von 56%.

Wandern in der Caldeira, Reiterhof Patio, Cedros, Faial, Azoren,
Foto: PÁTIO Turismo, Lda.

Gute Kondition vorausgesetzt, festes Schuhwerk obligatorisch und Lust auf ein kleines Abenteuer geht es ausschliesslich mit einem zertifizierten Guide in den Krater.

Der Abstieg ist abhängig vom Wetter.
Dauer: 3 Stunden (je 1 Stunde Ab-/Aufstieg, ca. 1 Stunde Aufenthalt)
Guide: lizensierter Naturpark Faial Guide
Min. 2 Personen
Max. 10 Personen
Preis: 50,-€
3-5 Pax: 40,-€
6-10 Pax: 30,-€

PÁTIO Turismo, Lda.
Anja Tettenborn (lizensierter Naturpark Faial Guide)
Quinta do Moinho
9900-341 Horta (Cedros) – Faial – Azoren – Portugal
Phone: +351 917 428 111
E-mail: anja@patio.pt
Web: www.patio.pt

Zu Pferde von Horta nach Capelo

Auch meine zweite Etappe des Inselrundritts an der Westküste Faials
war großartig und sehr entspannt. Sonne satt gab’s dazu.

Das Panoramafoto entstand auf dem Monte da Espalamaca bei der Fahrt zu Patio in Cedros, wo wir uns auch heute wieder trafen.

Die Vorbereitungen verliefen ähnlich wie am Vortag, dann ging es los. Besonders schön war es zu merken, dass die Lusitano-Stute Devil nun am zweiten Tag schon mehr mit mir kommunizierte und natürlich auch ihre Grenzen ausprobierte. In Maulhöhe hängendes Schilf o.k. – am Boden wachsendes Gras oder nach Petroleum stinkende Blätter nein.

Schon bald kam die Sonne hervor und strahlte nur so vom blauen Himmel. Endlich war auch der Pico wunderbar zu sehen, zumindest, wenn man zurückschaute. Beim steilen Anstieg zu Fuß war die Sonne eher ein Nachteil, aber wir schafften es alle und Devil ging geduldig für mich langsamer – insbesondere, da die nachfolgenden es auch nicht eilig zu haben schienen.

Auf jeden Fall genossen wir den Ritt an der Westküste entlang auf halber Höhe zwischen dem Meer links und der über 1000 Meter hohen Caldeira rechts. Ab und zu fuhren landwirtschaftliche Fahrzeuge oder Mietautos an uns vorbei, da die rote Schotterstraße auf den Touristenkarten verzeichnet ist. Die Pferde blieben immer entspannt, sie sind das alles gewohnt.

Nach dem Picknick am Wegesrand und einer Café-/Bier-Einkehr in einer Bar ritten wir noch ein Stück durch einen halbwegs ursprünglich belassenen Urwald mit Lorbeerbäumen. Der Cabeço Verde war schon zu sehen, aber nichts von Capelinhos, wohin es für die anderen am nächsten Tag gehen sollte. Schließlich erreichten wir das Nachtquartier der Pferde und für uns ging es zurück nach Cedros bzw. für mich nach Horta.

Den wunderschönen Tag beschloss ich mit einem Spaziergang an der Uferpromenade in Horta und mit einem leckeren Abendessen. Wie schon an den Tagen davor seit Corvo blieb auch das zufällige Zusammentreffen mit einem Schweizer Paar nicht aus. Inselhopper treffen sich eigentlich immer wieder auf den Azoren.

Wanderritt auf Faial

Zwei Etappen des 6-Tage-Wanderritts rund um die Insel Faial
konnte ich auf der entspannten Lusitano-Stute Devil mitreiten.

Das Treffen mit den anderen Teilnehmern fand bei Patio in Cedros statt. Die erste Etappe hatten sie schon am Vortag gemeistert.

Nach einer kurzen Besprechung der bevorstehenden Strecke fuhren wir mit dem Auto zum Startpunkt. Putzen, Satteln, Füttern, Aufsteigen – immer war Patio-Chef Victor Hucke mit Rat und Tat zur Stelle.

Dann ging es los: Zunächst bergauf, Devil wirkte trotz ihres relativ jungen Alters sehr zuverlässig und routiniert. Victor hatte mich schon vorgewarnt, ihr „Trab“ ist ungewöhnlich, aber durchaus bequem. Man hatte früher wohl die Lusitanos beim Milchkannentransport tölten lassen, damit die Milch nicht so durchgeschüttelt wird. Bald legten wir auch einen längeren Galopp hin, den ich sehr angenehm fand und bequem im leichten Sitz genießen konnte.

An Weiden vorbei, manchmal auch zu Fuß unter Stromzäunen hindurch oder auf Rittführerin Lisas Geheimwegen ging es weiter durch die wunderbare Landschaft Faials. Wären die Wolken nicht gewesen, hätten wir einen traumhaften Blick auf den Pico haben können. So sahen wir nur den Küstenstreifen der Nachbarinsel mit den beiden Inselchen Deitado und Em Pe (der Liegende und der Stehende). Unten am Strand von Praia do Almoxarife gab es unser leckeres Picknick.

Noch einmal bergauf zum Bergrücken Espalamaca, an den typischen Windmühlen vorbei und mit Blick auf die Bucht von Horta wieder hinunter. Diese wunderschöne Etappe endete außerhalb des Ortes bei einer Quinta, wo wir die Pferde versorgten. Zum Abschluss gab es noch eine kleine Stadtrundfahrt durch Horta, auf der ich auch noch neue Ecken des Städtchens kennenlernte, bevor ich mich bis zum nächsten Tag von der Gruppe verabschiedete.