Heftiger Regen in Bretanha (São Miguel)

An der Nordküste São Miguels rund um Bretanha gab es gestern so heftige Regenfälle, dass Brücken beschädigt und Autos mitgerissen wurden. Die Regionalstraße an der Nordküste war gesperrt.

Das Wasser drang auch in einige Häuser ein, aber es gibt noch keine Schadensbilanz. Eine Familie muss umgesiedelt werden.

Es handelte sich wohl um ein sehr lokales Wetterphänomen, denn wenige Kilometer weiter in der Hauptstadt Ponta Delgada schien zur gleichen Zeit die Sonne.

Quelle und Video: www.acorianooriental.pt

Xenon 133 aus Fukushima in 2500 m Höhe über den Azoren nachgewiesen

Auf dem Archipel der Azoren sind erste radioaktive Partikel aus Fukushima angekommen – bisher ohne ein Gesundheitsrisiko darzustellen.

„Minimale Spuren“ des Gases Xenon 133 aus dem Kernkraftwerk Fukushima in Japan wurden auf den Azoren nachgewiesen, sagte der Forscher Félix Rodrigues von der Universität der Azoren. Die meisten Teilchen blieben vorher in den USA und Kanada hängen, zum Vorteil der Azoren.

Nach Auswertung der Daten, die für die USA und Nordeuropa vorlägen, zeige sich ein Vorkommen des Gases, welches als Vorbote weiterer Partikel gelte. Ein Gesundheitsrisiko gebe es derzeit nicht, da es sich um geringe Mengen handele, die sich nach 6 Tagen auflösten. Viel gefährlicher seien Cäsium 137 oder Strontium 90, die sich im Boden ansammeln könnten und eine Halbwertszeit von 30 Jahren haben.

Félix Rodrigues erklärte, die Messungen seien in einer Höhe von 2500 Metern durchgeführt worden und kündigen auch eine baldige Ankunft kleiner Mengen von Cäsium 137 an, welche aber wahrscheinlich nicht bis zum Boden absinken werden.

Weiterhin deute die Analyse von Daten in einer Höhe von 5000 Metern darauf hin, dass diese Elemente stattdessen die Iberische Halbinsel und Europa treffen werden. Der Transport radioaktiver Materie erfolge hauptsächlich über den Jetstream in der Stratospähre, der die höheren Luftmassen von West nach Ost bewege.

Die Regionalregierung der Azoren hingegen versichert, dass keine erhöhten Werte von Radioaktivität auf den Inseln – genauer an zwei bodennahen Messstationen auf São Miguel (Flughafen und meteorologische Station Ponta Delgada) – gemessen worden seien.

Vor 25 Jahren: Heftigster Sturm des letzten Jahrhunderts

Der schlimmste Sturm, an den man sich auf den Azoren erinnern kann, fegte am 15. Februar 1986 – also vor 25 Jahren – mit angeblich bis zu 250 km/h über die Inseln hinweg und verursachte 15 – 20 m hohe Wellen. Die Brandung soll laut einer Meldung vom Peter Café Sport bis zu 60 m hoch gewesen sein. Der weithin bekannte Besitzer der Seglerkneipe in Horta auf Faial, José Henrique Azevedo, hat damals fotografiert:

Neptuno na Horta

Der Sturm kam damals überraschend, noch morgens soll an jenem Samstag alles ruhig gewesen sein.

Zwischen 12 und 16 Uhr tobte dann der Sturm, bei dem das „Neptun in Horta“ betitelte Foto entstand.

Wer genau hinsieht, erkennt vielleicht ein Gesicht in der Brandung am Felsen.

Die tatsächlichen Windgeschwindigkeiten konnten allerdings nicht sicher festgestellt werden, da das Observatório Meteorológico Príncipe Alberto de Mónaco damals nur in der Lage war bis zu 150 km/h zu messen.

Im Februar und März sind Stürme auf den Azoren nichts allzu Besonderes. Momentan gibt es ebenfalls eine Unwetterwarnung, die bis heute Nacht gilt. Es werden Wellen bis zu 6 m erwartet.